Weltwärts
Weltwärts wurde 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um entwicklungspolitische Freiwilligendienste, bei denen die Freiwilligen für 6 bis 24 Monate in Länder des Globalen Südens reisen. Dort arbeiten sie Vollzeit in gemeinnützigen Projekten im Bereich Bildung, Menschenrechte, Gesundheit, Umwelt und Landwirtschaft. Mittlerweile können auch Freiwillige aus Ländern des Globalen Südens kommen, um in Deutschland in solchen Projekten zu arbeiten. Pro Monat im entsprechenden Land stehen einem 2 Tage Urlaub zu, was mir insgesamt 24 Tage einbringt.
Bei Weltwärts handelt es sich um eine staatliche Förderung, die mit unterschiedlichen Entsendeorganisationen zusammenarbeitet (in meinem Fall der ICJA). Die Förderung deckt 75 % der Kosten ab, während die Entsendeorganisation den Rest der Finanzierung übernimmt, dies aber meist durch Spenden, an denen der oder die Freiwillige selbst beteiligt ist (so sind wir hier gelandet ;). In meinem Fall war der Flug nicht mit in der Finanzierung eingerechnet und zählt zusätzlich extra.
Weltwärts hat klare Regelungen, die eingehalten werden müssen, um Zugang zur Förderung zu erhalten. Ich muss zum Beispiel an einem Vorbereitungs-, Begleit- und Rückkehrseminar teilnehmen. Außerdem muss man zwischen 18 und 28 Jahren alt sein und einen abgeschlossenen Schulabschluss haben. Um eine Weltwärts-Förderung zu erlangen, muss man zusätzlich auch eine Vor- und Nachsorgeuntersuchung bei speziellen Tropenmediziner*innen mit weltwärts-Zertifikat machen.
Der ICJA
Der ICJA ist meine Entsendeorganisation im Rahmen von weltwärts. Er organisiert seit 1949 internationale Freiwilligendienste und arbeitet mit Partnerprojekten auf der ganzen Welt zusammen. Ziel ist es, interkulturellen Austausch zu fördern, globale Zusammenhänge erfahrbar zu machen und gleichzeitig etwas zur gesellschaftlichen Entwicklung beizutragen.
Am Anfang konnte ich mich bei der Bewerbung auf drei Länder festlegen – bei mir war das Erstwunsch Bolivien, zweiter Ecuador und dritter Argentinien. Innerhalb des Landes konnte ich später auch drei Projektwünsche angeben, und ich habe sogar meinen Erstwunsch bekommen.
Der ICJA ist in über 40 Ländern weltweit aktiv – unter anderem in Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa. Die Freiwilligen arbeiten dort in ganz unterschiedlichen Bereichen: in Schulen, Umweltprojekten, Sozialzentren, Jugendorganisationen, Kulturprojekten oder Initiativen für Menschenrechte. Dabei steht immer im Vordergrund, voneinander zu lernen und auf Augenhöhe zusammenzuarbeiten – also nicht „Hilfe leisten“, sondern gemeinsam an etwas arbeiten.
Die Werte des ICJA orientieren sich stark an Themen wie Frieden, Solidarität, interkulturellem Verständnis und globaler Gerechtigkeit. Die Organisation möchte Freiwillige dazu ermutigen, sich kritisch mit eigenen Privilegien und globalen Machtstrukturen auseinanderzusetzen und langfristig gesellschaftliches Engagement zu fördern.
Auch pädagogisch wird man im ganzen Prozess gut begleitet. Es gibt verpflichtende Vorbereitungs-, Begleit- und Rückkehrseminare, die von erfahrenen Teamer*innen geleitet werden – oft selbst ehemalige Freiwillige. In den Seminaren geht es um Themen wie Rassismus, Nachhaltigkeit, interkulturelle Kommunikation, Konfliktbewältigung und persönliche Sicherheit. Außerdem gibt es während des Aufenthalts Ansprechpersonen vor Ort sowie regelmäßige Austauschmöglichkeiten mit anderen Freiwilligen.
Die Finanzierung läuft beim ICJA so, dass 75 % der Kosten durch weltwärts übernommen werden. Die restlichen 25 % trägt die Entsendeorganisation, was bedeutet, dass jede*r Freiwillige rund 4.000 € an Spenden einwirbt. Zusätzlich kommen eigene Kosten wie zum Beispiel der Flug dazu, die nicht in der Förderung enthalten sind. Mit euren Spenden habt ihr also theoretisch nicht an mich, sondern an den ICJA gespendet. (Also rein theoretisch)
Der ICJA ist also nicht einfach nur die Organisation, die den Freiwilligendienst organisiert, sondern begleitet einen wirklich durch den ganzen Prozess – von der Vorbereitung bis zur Rückkehr – und legt dabei viel Wert auf persönliche Entwicklung, globales Lernen und echte Begegnungen.